Die Geschichte der Weihnachtskrippe Dürrenwaldstetten

2002–2003: Der Anfang
Nach der umfassenden Innenrenovierung der St. Jakobuskirche in Dürrenwaldstetten entstand in der Gemeinde der Wunsch, eine neue Weihnachtskrippe anzuschaffen. Erste Spenden waren bereits eingegangen, und so beschlossen Pfarrer Speck und der Kirchengemeinderat, diesen Herzenswunsch zu verwirklichen.
2003: Die ersten Schritte
Zur Planung gründete sich die sogenannte „Kripplesgruppe“ – bestehend aus Pfarrer Speck und fünf Mitgliedern des Kirchengemeinderats. Gemeinsam besuchten sie Krippenausstellungen, Krippenbauer und Figurenschnitzer, um sich inspirieren zu lassen. In Rulfingen stieß die Gruppe auf eine orientalische Krippe mit Terrakotta-Figuren der Künstlerin Angela Tripi, präsentiert von Herrn Aust, einem Krippenbauer aus Jettingen. Die Figuren begeisterten alle sofort. Besonders angetan waren sie von der angebotenen Heiligen Familie, die kurzerhand erworben wurde und fortan den Grundstein für die neue Krippe bildete. An Weihnachten 2003 wurde diese der Gemeinde erstmals präsentiert.
2004: Der Krippenbau
Mit Unterstützung von Herrn Aust entstand der erste Abschnitt der Krippenlandschaft im orientalischen Stil. Gezeigt wurde die Geburtsszene im Stall mit einem Hirtenlager – erstmals an Weihnachten 2004 auf dem Josefsaltar zu bewundern. Im Hintergrund: ein blauer Himmel mit aufgemalten Wolken.
2006: Mehr Platz für Hirten und Tiere und ein neuer Hintergrund
Durch die Erfahrungen mit Herrn Aust wagte sich die Gruppe an den nächsten Schritt: In Eigenregie wurde die Fläche für das Hirtenlager deutlich vergrößert – die Grundfläche der Krippe verdoppelte sich nahezu.
Das einfache Hintergrundbild wurde ersetzt – durch ein kunstvoll gemaltes Werk von Herrn Weindl aus Bellingen. Es zeigt Bethlehem und die umliegende Landschaft. Damit wurde erstmals auch das künstlerische Talent von Herrn Weindl sichtbar. Weitere Hintergrundbilder sollten folgen.
2009: Ein Markt und der Palast des Herodes
Drei Jahre später entstand ein aufwendiger Erweiterungsbau, ebenfalls in Eigenleistung: ein Palast mit König Herodes auf dem Thron und einem Geparden zu seinen Füßen, als Zeichen der Macht. Später wurde die Szenerie um einen römischen Feldherrn und vier Soldaten ergänzt. Ergänzt wurde die Szene durch Carraramarmor-Fliesen, einem echten Brunnen und einem orientalischen Marktplatz. Ein neues Hintergrundbild mit Marktleben und den Gebäuden Jerusalems vervollständigte die Szene. Ziel war es, einen bewussten Kontrast zur schlichten Geburtsdarstellung zu schaffen.
2012: Der Tempelvorhof und ein Stadttor
Nachdem bereits Teile Jerusalems dargestellt waren, entstand die Idee, auch die biblische Szene der Darstellung Jesu im Tempel aufzunehmen (gefeiert am 2. Februar – Maria Lichtmess). Im neu hinzugekommen Hintergrundbild erhebt sich der Tempel von Jerusalem. Im gefliesten Vorhof begegnet die Heilige Familie den Gestalten Simeon und Hanna, während Schriftgelehrte das Geschehen beobachten.
Neben dem Vorhof entstand eine große Stadtmauer mit geöffneten Torflügeln. Zwei neu angeschaffte Schofarbläser (Schofahornbläser) komplettierten die Szene – ihre Hörner dienten in der Antike als religiöse und militärische Signalinstrumente.
Zusätzlich integrierte man eine Beleuchtung sowie Musik des Kirchenchors. Bei Einwurf einer Münze erklingen Weihnachtslieder, und die Beleuchtung setzt besondere Akzente.
2013: Der Elefant – die größte Krippenfigur
Ein weiteres Highlight folgte 2013: ein prächtiger Elefant mit Howdah (ein Tragegestell auf dem Rücken), begleitet von seinem Jungtier und einem Pfleger. Der Elefant symbolisiert Asien, das Kamel steht für Afrika und ein weißes Pferd für Europa – eine symbolische Darstellung der „drei Kontinente“, aus denen die Heiligen Drei Könige stammen sollen.
2015: Der Grenzfluss und die Flucht nach Ägypten
Da bereits die Darstellung Jesu im Tempel vorhanden war, bot sich als nächste Erweiterung die Flucht der Heiligen Familie vor der Verfolgung durch Herodes nach Ägypten an. Zur Abtrennung vom bisherigen Aufbau wurde ein künstlicher „Grenzfluss“ mit echtem fließendem Wasser angelegt – die Heilige Familie überquert ihn auf ihrer Flucht. Ein Engel weist ihnen den Weg; am Horizont auf dem Hintergrund sind die Pyramiden als Sinnbild Ägyptens zu erkennen.
2024: Die Herbergssuche
Als jüngster und abschließender Abschnitt wurde 2024 die Herbergssuche gestaltet – Maria, hochschwanger, und Josef auf der Suche nach einer Unterkunft im überfüllten Betlehem. Damit ist nun die gesamte Weihnachtsgeschichte vollständig dargestellt – von der Herbergssuche über die Geburt Jesu und seine Darstellung im Tempel bis hin zur Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten.
Ein besonderer Dank gilt erneut Herrn Weindl aus Bellingen, der auch diesmal die künstlerische Gestaltung des Hintergrunds übernommen hat.
Heute: Eine Krippe voller Leben
Die Weihnachtskrippe von Dürrenwaldstetten ist heute reich an liebevollen Details und kunstvollen Szenen. Scharfe Augen können auch eine Maus (die kleinste Krippenfigur) finden. Mit einer Münze im Opferstock erleben Besucher ein besonderes Schauspiel: Beleuchtung, Glockengeläut, Musik des Kirchenchors, plätscherndes Wasser im Brunnen und Fluss – all das erweckt die Krippe zum Leben und macht sie zu einem einzigartigen Erlebnis.
Kommen, Sehen, Staunen - sich selbst überzeugen
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